Achtung, Wildwechsel! So verhalten Sie sich richtig

Wildunfall: Das sollten Sie wissen

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Wildwechsel
Wildwechsel

Ein leckerer Rehbraten, geschmorter Hase in Rotweinsauce, Wildschwein an Hagebutte – verlockende Wildrezepte gibt es reichlich. Für Autofahrer ist die Begegnung mit Reh, Wildschwein und Co. aber alles andere als erfreulich. Gerade im Herbst ist die Gefahr eines Wildunfalls besonders groß. Wir verraten Ihnen, wie Sie einer Kollision vorbeugen können und was Sie tun müssen, wenn es doch mal geknallt hat.

Laut Deutschem Jagdverband (DJV) passiert in Deutschland rund alle zweieinhalb Minuten ein Wildunfall.1 Für das Jahr 2015 weist die Statistik insgesamt 263.00 Kollisionen zwischen einem Auto und den sogenannten Paarhufern aus – also Reh, Wildschwein, Rot- und Damhirsch.2 Gerade im Herbst ist die Gefahr eines Wildunfalles besonders groß, denn zu dieser Jahreszeit sind viele Tiere verstärkt auf Futter- sowie Partnersuche und daher besonders aktiv. Hinzu kommt: Nebel, Laub auf den Straßen und die früh einsetzende Dämmerung sorgen für schlechte Sichtverhältnisse und machen Autofahrern das Leben schwer. Doch nicht nur in den Herbstmonaten, sondern auch im März besteht aufgrund der Zeitumstellung eine erhöhte Gefahr für Wildunfälle. Dann fahren viele Menschen während der Dämmerung zum Arbeitsplatz bzw. in der Abenddämmerung nach Hause – also genau dann, wenn im Wald besonders reges Treiben herrscht.3

Gerade in diesen Monaten sollten Autofahrer daher äußerst aufmerksam unterwegs sein. Wildunfälle können grundsätzlich überall passieren, an besonders gefährdeten Stellen warnt das bekannte Wildwechsel-Straßenschild vor der Gefahr. Dieses sollten Autofahrer in jedem Fall ernst nehmen. Zur Verdeutlichung: Bei einer Kollision mit einem Wildschwein prallt das Tier bei einer Geschwindigkeit von 60 km/h mit der Wucht von 3,5 Tonnen auf das Fahrzeug.4

Nicht immer lässt sich eine Kollision vermeiden. Wer jedoch ein paar Grundregeln befolgt, kann das Risiko minimieren.

  • Die wichtigsten Schlüssel hierzu sind eine erhöhte Aufmerksamkeit sowie angepasste Geschwindigkeit. Nur so haben Sie eine Chance, vor einem plötzlich auftauchenden Tier rechtzeitig zum Stehen zu kommen. Denn schon bei einer Geschwindigkeit von 80 km/h beträgt der Anhalteweg 88 Meter5 – bei laubbedeckter oder feuchter Straße fällt er sogar noch länger aus.
  • Beobachten Sie den Fahrbahnrand und achten Sie auf Bewegungen.
  • Wenn Sie ein Tier am Straßenrand oder auf der Fahrbahn entdecken, bremsen Sie Ihr Fahrzeug kontrolliert ab. Blenden Sie das Fernlicht ab und hupen Sie mehrfach. Wichtig: Häufig treten Wildtiere im Rudel auf. Achten Sie daher auch auf „Nachzügler“.

Wenn eine Kollision mit einem

großen Wildtier unausweichlich ist:

halten Sie das Lenkrad fest und leiten Sie eine Vollbremsung ein. Wichtig: Weichen Sie niemals aus, denn dann droht die Gefahr, dass Sie im Gegenverkehr oder an einem Baum landen. Bei Kleintieren wie Igel, Fuchs oder Hase sollten Sie keine Vollbremsung riskieren. Falls Sie dadurch einen Auffahrunfall mit dem hinter ihm fahrenden Verkehrsteilnehmer verursachen, tragen Sie eine Mitschuld. Bei einem Ausweichmanöver verweigern die Kfz-Versicherungen häufig sogar die Übernahme des entstandenen Schadens. Dies gilt wohlgemerkt nicht für Motorradfahrer.6

Nach einem Unfall gilt:7

  • Unfallstelle absichern: Schalten Sie den Warnblinker ein und stellen Sie in ausreichender Entfernung ein Warndreieck auf.
  • Kümmern Sie sich um eventuelle verletzte Personen und wählen Sie den Notruf (112).
  • Wenn es sich nicht um Kleintiere handelt, müssen Sie den Unfall der Polizei bzw. dem zuständigen Revierförster melden.
  • Wenn möglich, ziehen Sie das verwundete oder tote Tier an den Fahrbahnrand, um weitere Unfälle zu vermeiden. Achtung: Niemals ohne Handschuhe anfassen, es droht Infektionsgefahr (z.B. Tollwut)! Ein verletztes Tier könnte dadurch jedoch in Panik geraten und Sie gegebenenfalls verletzen. Wägen Sie also genau ab, ob Sie das Tier berühren.
  • Sie dürfen das Tier auf keinen Fall mitnehmen. Damit würden Sie sich der Wilderei schuldig machen.
  • Wenn möglich, machen Sie Fotos vom Unfallort. Dies kann für die Schadensregulierung nützlich sein.
  • Die Polizei bzw. der zuständige Förster stellen Ihnen eine sogenannte Wildschadenbescheinigung aus. Diese legen Sie Ihrer Kfz-Versicherung vor.

Was tun Sie, um Wildunfällen vorzubeugen?

1 Quelle: www.jagdverband.de.
2 Quelle: www.gdv.de.
3 Quelle: www.ergo-impulse.de.
4 Quelle: www.autobild.de.
5 Quelle: www.jungesportal.de.
6 Quelle: www.autobild.de.
7 Quelle: www.autobild.de, www.ergo-impulse.de, www.wildmaster.de, www.anwaltonline.

(Stand 10/2017, Irrtümer vorbehalten)

Ratgeber Wildunfall Wildwechsel


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