Reifenwechsel dich – Neuregelung zu Winterreifen

Alle Infos zur situativen Winterreifenpflicht in Deutschland

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Wichtig zu wissen: Neue Regelung zu Winterreifen
Wichtig zu wissen: Neue Regelung zu Winterreifen

Dacia Sandero: Gesamtverbrauch kombiniert (l/100 km): 6,2 – 3,5; CO2-Emissionen kombiniert (g/km): 117 – 90.*

Die Tage werden kürzer, die Bäume kahler – der Herbst ist da. Für Autofahrer naht die Reifenwechselzeit. Wichtig zu wissen: Zum 1. Juni 2017 trat in Deutschland eine Änderung der Winterreifenverordnung in Kraft1. Wir erklären Ihnen, was es damit auf sich hat. Aber auch unabhängig von gesetzlichen Regelungen macht der Wechsel auf Winterreifen absolut Sinn. Denn diese Reifen benötigen weder Schnee noch Eis, um ihre Vorteile gegenüber Sommer- und Ganzjahresreifen auszuspielen. Wir verraten Ihnen, warum sich Winterreifen lohnen und worauf Sie achten sollten. Natürlich bietet Dacia für alle Modelle die passenden Winterreifen zu .

Warum auf Winterreifen wechseln? Ganz einfach: Schon bei Temperaturen unter sieben Grad Celsius funktionieren sie oftmals besser als ein vergleichbarer Sommerreifen. Dies liegt an der flexibleren Gummimischung mit einem deutlich größeren Temperaturfenster. Auch bei enormer Kälte verhärtet diese nicht und garantiert somit besseren Grip. So weit in aller Kürze die physikalischen Fakten. Aber auch der Gesetzgeber hat Fakten geschaffen – und diese zum 1. Juni 2017 nochmals konkretisiert.

Ohne Winterreifen drohen Bußgeld

und ein Punkt in Flensburg

Dacia Duster

Dacia Duster: Gesamtverbrauch kombiniert (l/100 km): 8,1 – 4,4; CO2-Emissionen kombiniert (g/km): 155 – 115.*

Bereits seit Dezember 2010 gibt es in Deutschland die sogenannte situative Winterreifenpflicht. Sie besagt: Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte dürfen Autos mit Sommerreifen nicht auf öffentlichen Straßen fahren. Der Gesetzgeber schreibt also die Verwendung von Winterreifen während der kalten Jahreszeit nicht explizit vor, sondern nur dann, wenn es die äußeren Bedingungen verlangen. Wer jedoch von der Polizei ohne angemessene Bereifung angetroffen wird, riskiert ein Bußgeld von bis zu 120 Euro und einen Punkt in der Verkehrssünderkartei in Flensburg – nämlich dann, wenn es zu einem Unfall kommt. Aber auch ohne Kollision werden 60 Euro und ein Punkt fällig, wenn die Polizei den „Sünder“ entdeckt. Wer andere Verkehrsteilnehmer behindert, etwa weil er an einer Steigung nicht mehr vorwärts kommt, muss mit einem Bußgeld in Höhe von 80 Euro sowie ebenfalls einem Punkt rechnen. Bei einer Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer steigt das Bußgeld auf 100 Euro.2 Aber auch Fahrzeughalter, die andere mit ihrem Auto ohne passende Bereifung losschicken, müssen mit einem Bußgeld von 75 Euro und einem Punkt rechnen.3

Noch schmerzlicher für den Geldbeutel sind die Strafen im Ausland. Beispiel Österreich: Wer dort trotz winterlicher Straßenverhältnisse mit Sommerreifen unterwegs ist, riskiert in Einzelfällen Bußgelder in Höhe von bis zu 5.000 Euro.4

Neuregelung: Für Winterreifen ist

das Alpine-Symbol künftig Pflicht

Doch was genau ist eigentlich unter dem Begriff Winterreifen zu verstehen? Bislang mangelte es hierbei an einer expliziten Konkretisierung. Diese Lücke hat der Gesetzgeber zum 1. Juni 2017 geschlossen. Hierzu verweist § 2 Abs. 3a der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) nun auf den neuen § 36 Abs. 4 StVO. Dieser schreibt explizit vor, dass lediglich jene Reifen als wintertauglich gelten, die mit dem Alpine-Symbol gekennzeichnet sind.5 Das dreieckige Logo besteht aus einer Schneeflocke, die von einem gezackten Berg umrahmt wird, und ist auf der Reifenschulter zu finden. Für dieses geschützte Gütesiegel müssen Winterreifen ein einheitliches Testverfahren bestehen und hohe Anforderungen erfüllen. Damit bieten sie die sicherste Lösung in der kalten Jahreszeit.

Allerdings sieht der Gesetzgeber eine Übergangsfrist vor. Will heißen: Bis zum 30. September 2024 gelten weiterhin auch sogenannte M+S-Reifen als wintertauglich – vorausgesetzt, sie wurden bis zum 31. Dezember 2017 hergestellt.6 Die Abkürzung „M+S“ oder „M&S“ steht übrigens für „Mud and Snow“ (zu Deutsch: „Matsch und Schnee“). Doch dahinter verbirgt sich keine geschützte Kennzeichnung – der Aufdruck ziert zum Beispiel auch Offroad-Reifen für SUV und Geländewagen, wie z.B. beim Dacia Duster. Die spielen ihre Stärken eher auf unbefestigtem Terrain aus und besitzen nicht zwangsläufig auch Kompetenzen auf Schnee und Eis oder bei klirrenden Minustemperaturen.

Allwetter- oder Winterreifen:

Was ist die bessere Wahl?

Viele Autofahrer machen es sich einfach und setzen auf sogenannte Allwetter- oder Ganzjahresreifen. Ihr großes Plus: Sie dürfen das ganze Jahr über gefahren werden. Das klingt im ersten Moment sicher praktisch. Warum sollten Fahrzeugbesitzer dann überhaupt noch die Reifen tauschen? Die Antwort liefert der ADAC. 2016 testeten die Experten des Automobilclubs sieben Ganzjahresreifen der Dimension 205/55 R 16 V, die mit einer Ausnahme auch das nun vorgeschriebene Schneeflocken-Symbol tragen.7 „Damit werden diese Ganzjahresreifen als Winterreifen im Sinne der situativen Winterreifenpflicht anerkannt“, erklärt der ADAC.8

Das Ergebnis: „Zwei der getesteten Ganzjahresreifen erhielten das ADAC Urteil ,befriedigend‘, drei das ADAC Urteil ,ausreichend‘, für zwei weitere Modelle lautet das ADAC Urteil ,mangelhaft‘.“9 Die Tester ziehen das Fazit, „dass die Sommer- und Winterspezialisten nach wie vor ihre Bedeutung haben und deswegen vorzuziehen sind, wenn widrige oder extreme Wetter- und Straßenbedingungen souverän beherrscht werden müssen.“ Kurzum: Für bestmögliche Sicherheit sollten Autofahrer im Winter auf Winterreifen und im Sommer auf Sommerreifen setzen.

Ohne Winterreifen drohen Probleme mit der Versicherung

Wer mit dem Umrüsten zögert, sollte folgenden Hinweis bedenken: Schon ein kleiner Blechschaden aufgrund von ungeeigneter Bereifung bei winterlichen Bedingungen kommt Sie in der Regel deutlich teurer zu stehen als ein Satz Winterreifen. Darüber hinaus kann die eigene Kaskoversicherung bei einem Unfall die Leistungen wegen grober Fahrlässigkeit deutlich kürzen, wenn der Fahrzeugführer trotz winterlicher Straßenverhältnisse auf Sommerreifen unterwegs war.10 Das gilt übrigens auch für die Haftpflichtversicherung: Sie kann eine Mithaftung des Fahrzeughalters verlangen – selbst dann, wenn dieser nicht schuld am Unfall ist.11

Zwei Welten:

Große Unterschiede zwischen Sommer- und Winterreifen

Generell gilt: Moderne Reifen sind wahre Hightech-Produkte, die aus einem komplexen Zutatenmix bestehen und heute um ein Vielfaches leistungsfähiger sind als noch vor 20 Jahren. Sommerreifen widerstehen selbst hohen Asphalt-Temperaturen und sorgen für bestmöglichen Grip auf trockener und nasser Fahrbahn. Dies lässt sich bereits an der Lauffläche erkennen. So zielen die großen Profilblöcke zum Beispiel auf den sogenannten Wischkanten-Effekt ab. Während der hintere Part jedes Blocks für Haftung sorgt, funktioniert der vordere Teil wie ein Scheibenwischer. Er verhindert, dass sich eine Wasserschicht zwischen Reifen und Asphalt bildet, und reduziert damit die Aquaplaning-Gefahr.

Winterreifen besitzen eine weichere Gummimischung, damit sie auch bei extremen Minusgraden noch elastisch bleiben – die härteren Sommerreifen kämen in dieser Situation viel früher ins Rutschen. Hinzu kommt eine etwas offener gestaltete Lauffläche mit einem höheren Negativprofilanteil. Sprich: Die Spalten zwischen den einzelnen kleineren Profilblöcken fallen größer aus. Damit dringt der Reifen durch die obere Schneeschicht, bis er im festeren Untergrund Halt findet, ohne dass sich der Matsch im Profil festsetzt. Gleichzeitig ziehen sich noch mehr feine Lamellen durch die einzelnen Profilblöcke als bei Sommerreifen. Sie verkanten leicht, wenn sie mit der Fahrbahn in Kontakt kommen. Auf diese Weise durchtrennen sie den Wasserfilm auf der Straße oder verhaken sich mit der Eisschicht.

Von glühendem Asphalt im Hochsommer bis zu sibirischer Kälte im Winter, von knastertrockenen Straßen bis hin zu verschneiten Steigungen und Gefällstrecken: Der Allwetterreifen versucht den Spagat, erreicht aber weder auf der einen noch auf der anderen Seite des Anforderungsspektrums wirklich das Optimum – und bleibt damit zwangsläufig ein Kompromiss auf Kosten der Sicherheit.

Wann wechseln Sie von Sommer- auf Winterreifen?

* Die angegebenen Werte wurden nach dem vorgeschriebenen Messverfahren VO (EG) 715/2007 und § 2 Nrn. 5, 6, 6a Pkw-EnVKV in der gegenwärtig geltenden Fassung und ohne Zusatzausstattung ermittelt. Die Angaben beziehen sich nicht auf ein einzelnes Fahrzeug und sind nicht Bestandteil des Angebots, sondern dienen allein Vergleichszwecken zwischen den verschiedenen Fahrzeugtypen. Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch, den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen und dem Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen können dem „Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO2-Emissionen und den Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen“ entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der Deutsche Automobil Treuhand (DAT) unentgeltlich erhältlich ist. Der Leitfaden steht außerdem als Download zur Verfügung.

1 Quelle: www.heise.de.
2 Quelle: www.adac.de.
3 Quelle: www.adac.de.
4 Quelle: www.adac.de.
5 Quelle: www.adac.de.
6 Quelle: www.adac.de.
7 Quelle: www.adac.de.
8 Quelle: www.adac.de.
9 Quelle: www.adac.de.
10 Quelle: www.adac.de.
11 Quelle: www.adac.de.

Bildquelle Hauptmotiv: Urheber: candy1812.

(Stand 11/2017, Irrtümer vorbehalten)

Bußgeld Expertentipps Reifenwechsel Sommerreifen Winterreifen


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