Jetzt auf Sommerreifen wechseln

Sommerreifen bieten viele Vorteile gegenüber Allwetterreifen

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Wechsel auf Sommerreifen: Das sollten Sie wissen
Wechsel auf Sommerreifen: Das sollten Sie wissen

Dacia Logan MCV Stepway: Gesamtverbrauch kombiniert (l/100 km): 5,1 – 3,9; CO2-Emissionen kombiniert (g/km): 115 – 100.*

Endlich ist der Frühling da. Wenn die Natur zu neuem Leben erwacht, naht für Autofahrer die Reifenwechselzeit. Denn wer die Regel „von O bis O“ beherzigt, fährt nur zwischen Oktober und Ostern mit Winterreifen. Den Rest des Jahres rollt der Wagen besser auf sommerlichen Sohlen.

Aber warum sollten Autofahrer je nach Jahreszeit überhaupt die Bereifung wechseln? Den wichtigsten Grund liefert die Gesetzgebung. Seit Dezember 2010 gibt es in Deutschland die sogenannte situative Winterreifenpflicht. Hört sich kompliziert an, ist aber eigentlich ganz einfach: Wer bei winterlichen Straßenverhältnissen – also Schnee, Eis oder Glätte – ohne passende Bereifung unterwegs ist, muss mit einem saftigen Bußgeld und einem Punkt in der Flensburger Verkehrssünderkartei rechnen.1 Bislang galt das nur für den Fahrer, seit dem 1. Januar 2018 wird nun auch der Halter des jeweiligen Autos bestraft. Bei falscher Bereifung sind dann 75 Euro fällig.2

Eine weitere Neuerung, die 2018 in Kraft getreten ist: Der Gesetzgeber hat genau festgelegt, dass ein Reifen nur dann als Winterreifen gilt, wenn er das Alpine-Symbol trägt. Das gilt auch für sogenannte Ganzjahres- oder M+S-Reifen, die ab dem 1. Januar 2018 produziert wurden. Alle Infos dazu finden Sie hier.

ADAC-Test:

Ganzjahresreifen sind meist die schlechtere Wahl

Manche Autofahrer machen es sich einfach und sparen sich durch die Verwendung dieser sogenannten Allwetterpneus den turnusmäßigen Reifenwechsel. Wie der Name vermuten lässt, dürfen sie das ganze Jahr über gefahren werden. Warum sollten Fahrzeugbesitzer dann überhaupt noch die Reifen tauschen? Die Antwort liefert der ADAC. Er fällt in seinem renommierten Reifentest, bei dem neben Sommer- und Winter- auch sieben unterschiedliche Allroundreifen antreten, ein eindeutiges Urteil: Zwei der angeblichen Alleskönner erhalten das Urteil „mangelhaft“, drei Mal reicht es lediglich für „ausreichend“. Sogar die beiden besten Probanden in diesem Test schneiden nur mit „befriedigend“ ab.3 Das Fazit des ADAC fällt dementsprechend eindeutig aus: „Bei der Verwendung von Ganzjahresreifen als Ersatz für Sommer- und Winterreifen bleibt auf Grund der Ergebnisse zu bedenken: Ganzjahresreifen bleiben weiterhin ein Kompromiss, der an die Leistungen der jeweiligen Spezialisten für Sommer und Winter nicht herankommt. Abgesehen von dem Michelin, der bei den Eigenschaften auf trockener Straße mit Sommerreifen mithalten kann, zeigen alle getesteten Ganzjahresreifen mehr oder minder deutliche Schwächen auf trocknerer Fahrbahn, die zudem von den akuten Umgebungs- und Einsatztemperaturen abhängig sind.“3 Übrigens nimmt sogar der Reifenhersteller Continental eine kritische Haltung zu den Allwetterreifen ein: „Vermeintlich als ‚Alleskönner‘ bezeichnet, sorgen Ganzjahresreifen weder auf trockenen noch auf verschneiten Straßen für bestmögliche Sicherheit.“4

Gut zu wissen:

So funktionieren Sommer- und Winterreifen

Generell gilt: Moderne Reifen sind wahre Hightech-Produkte, die aus einem komplexen Zutatenmix bestehen und heute um ein vielfaches leistungsfähiger sind als noch vor 20 Jahren. Dennoch macht es auch weiterhin Sinn, auf Spezialisten für die warme und kalte Jahreszeit zu setzen – wie der ADAC-Test beweist. Sommerreifen widerstehen selbst hohen Asphalt-Temperaturen und bieten besten Grip auf trockener und nasser Fahrbahn. Dies lässt sich bereits an der Lauffläche erkennen. So zielen die großen Profilblöcke zum Beispiel auf den sogenannten Wischkanten-Effekt ab. Während der hintere Part jedes Blocks für Haftung sorgt, funktioniert der vordere Teil wie ein Scheibenwischer. Er verhindert, dass sich eine Wasserschicht zwischen Reifen und Asphalt bildet, und reduziert damit die Aquaplaning-Gefahr.

Winterreifen besitzen eine weichere Gummimischung, damit sie auch bei extremen Minusgraden noch elastisch bleiben – die härteren Sommerreifen kämen in dieser Situation viel früher an ihre Grenzen. Hinzu kommt eine etwas gröber gestaltete Lauffläche mit einem höheren Negativprofilanteil. Sprich: Die Rillen zwischen den einzelnen Profilblöcken fallen etwas größer aus. Damit dringt der Reifen durch die obere Schneeschicht, bis er im festeren Untergrund Halt findet, ohne dass sich der Matsch im Profil festsetzt. Gleichzeitig ziehen sich noch mehr feine Lamellen durch die einzelnen Profilblöcke als bei Sommerreifen. Sie verkanten leicht, wenn sie mit der Fahrbahn in Kontakt kommen. Auf diese Weise durchtrennen sie den Wasserfilm auf der Straße oder verhaken sich mit der Eisschicht.

Von glühendem Asphalt im Hochsommer bis zu sibirischer Kälte im Winter, von knastertrockenen Straßen bis hin zu verschneiten Steigungen und Gefällstrecken: Der Allwetterreifen versucht den Spagat, erreicht aber weder auf der einen noch auf der anderen Seite des Anforderungsspektrums wirklich das Optimum – und bleibt damit zwangsläufig ein Kompromiss auf Kosten der Sicherheit.

Übernehmen Sie den Wechsel von Winter- auf Sommerreifen selbst oder lassen Sie die Pneus vom Händler tauschen?

* Die angegebenen Werte wurden nach dem vorgeschriebenen Messverfahren VO (EG) 715/2007 und § 2 Nrn. 5, 6, 6a Pkw-EnVKV in der gegenwärtig geltenden Fassung und ohne Zusatzausstattung ermittelt. Die Werte dienen allein Vergleichszwecken und beziehen sich weder auf ein einzelnes konkretes Fahrzeug noch sind sie Bestandteil des Angebots. Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem „Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch und die CO2-Emissionen neuer Personenkraftwagen“ entnommen werden, der bei allen Renault Partnern und bei der Deutsche Automobil Treuhand (DAT) unentgeltlich erhältlich ist. Der Leitfaden steht außerdem als Download zur Verfügung.

1 Quelle Bussgeldrechner: www.adac.de.
2 Quelle Neuregelungen Winterreifen: www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Artikel/LA/neuregelung-winterreifen.html.
3 Quelle ADAC Test Ganzjahresreifen: https://www.adac.de/infotestrat/tests/reifen/winterreifen/2016_ganzjahresreifen_205_55_r16.aspx.
4 Quelle das neue Winterreifengesetz: http://docplayer.org/45916752-Das-neue-winterreifengesetz.html.

(Stand 03/2018, Irrtümer vorbehalten)

Allwetterreifen Reifenwechsel Sommerreifen Winterreifen Winterreifenpflicht


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1 Kommentar

  1. Jochen Kanzler - 13. April 2017 um 18:51 sagt:

    Ich fahre schon jahrelang Allwetterreifen und habe nie schlechte Erfahrungen gemacht. Wer riskant fährt wird auch mit anderen Reifen Probleme bekommen. Das schlechtreden der Allwetterreifen hat sicher einen anderen Grund und der dürfte bei den Reifenherstellern liegen. Warum kann sich jeder selbst ausmalen.

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