Kühlen Kopf bewahren, sicher fahren

Wer an Unfallursachen im Zusammenhang mit dem Wetter denkt, dem fallen vermutlich zunächst Phänomene wie Regen, Nebel oder Schnee ein. Klar, wenn die Straße glatt ist oder die Sicht schlecht, passiert leichter etwas. Doch neben diesen direkten Auswirkungen betrachten Fachleute auch sogenannte biotrope Einflüsse und meinen damit die Auswirkungen des Wetters auf den Organismus des Menschen. Diese lassen sich zwar nicht beseitigen, aber wir können auch einiges dafür tun, dass das Wetter uns nicht gar so sehr belastet.

Schon in der Fahrschule lernen wir, dass wir bei widrigem Wetter wie Regen, Nebel oder Schnee unsere Geschwindigkeit und unseren Fahrstil an die Gegebenheiten anpassen müssen. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Die Sicht ist beeinträchtigt und die Reifen bieten bei nasser oder glatter Fahrbahn deutlich weniger Haftung als im Trockenen.

Weitaus weniger bewusst sind sich die meisten Autofahrer über die sogenannten biotropen Auswirkungen des Wetters. Das sind Faktoren, die den menschlichen Organismus beeinflussen und unser physisches und psychisches Wohlbefinden bestimmen. Davon hängt jedoch unsere Leistungsfähigkeit und Reaktionsschnelligkeit ab. Allen voran sind dabei besonders hohe Temperaturen zu nennen, denn dabei erhöhen sich Herzfrequenz, Schweißproduktion und Hautdurchblutung, und die Verdauungsorgane reduzieren ihre Aktivität. Dieser sogenannte Wärmestress senkt in der Regel nicht nur das Wohlempfinden, sondern gleichzeitig auch unsere Leistungsfähigkeit. Eine Untersuchung der Bundesanstalt für Straßenwesen führte zu dem Ergebnis, dass Wärmebelastung einen hohen Einfluss auf das Unfallgeschehen hat. Das ist nicht weiter verwunderlich, denn beim Autofahren handelt es sich um eine komplexere Tätigkeit, als uns gemeinhin bewusst ist. Denn Wahrnehmung und Aktionen des Fahrers müssen sorgfältig aufeinander abgestimmt sein. Wenn nun durch hohe Temperaturen Wahrnehmungsfähigkeit, Aufmerksamkeit sowie die Aufnahme und Verarbeitung von Informationen negativ beeinflusst sind, kommt es fast zwangsläufig zu langsameren bzw. falschen Reaktionen, die zu einem Unfall führen können. Der Fahrer verhält sich mitunter ungeduldiger, fährt riskanter oder übersieht Signale.

Schon bevor wir starten, können wir einiges tun, um die Temperatur im Auto auch bei sommerlicher Hitze halbwegs im Griff zu haben. Es empfiehlt sich zum Beispiel, bei starker Sonneneinstrahlung im Schatten zu parken. Wenn das nicht möglich ist, hilft es, Lenkrad und Armaturenbrett mit hellen Tüchern abzudecken. Ist der Innenraum extrem aufgeheizt, sollte man ihn einige Minuten lang mit geöffneten Fenstern oder Türen durchlüften, damit die Hitze abziehen kann. Auch eine Klimaanlage macht das Fahren im Sommer deutlich angenehmer. Empfohlen wird eine Einstellung auf 21 bis 23 Grad Celsius, bei besonders hohen Außentemperaturen auch gerne etwas mehr, damit der Temperaturunterschied zwischen innen und außen nicht zu groß wird. Auch wenn wir es im ersten Moment als angenehm empfinden, sollten die Belüftungsdüsen nicht direkt auf den Körper ausgerichtet sein. Einerseits setzen wir uns so einer Zugluft aus und laufen andererseits Gefahr, dass unsere Augen austrocknen.

Eine Klimaanlage ist allerdings kein Allheilmittel. Studien des Meteorologischen Instituts der Freien Universität Berlin haben ergeben, dass die zunehmende Verbreitung von Klimaanlagen keinen positiven Einfluss auf die Unfallhäufigkeit nimmt: Zahlen für Nordrhein-Westfalen über einen Zeitraum von zehn Jahren hinweg haben gezeigt, dass Unfälle mit Personen- oder schweren Sachschäden um elf Prozent zunehmen, wenn die Außentemperatur einen Wert von 25 Grad Celsius übersteigt – unabhängig von der Klimatisierung im Auto.

Zudem leiden viele Menschen unter Wetterfühligkeit und Wetterumschwünge machen ihnen zu schaffen. Bei Föhn-Wetterlagen neigen sie zu Kopfschmerzen oder fühlen sich allgemein unwohl. Dabei hilft eine Klimaanlage kaum, und es empfiehlt sich, den Fahrstil an das eigene Wohlempfinden anzupassen.

Aber auch zu niedrige Temperaturen im Fahrzeug können das Unfallrisiko steigern, denn bibbernd und zitternd hinter dem Lenkrad zu sitzen, ist der Aufmerksamkeit auf den Verkehr auch nicht zuträglich. Und wer seine Audioanlage so weit aufdreht, dass das Fahrzeug bereits von außen den Flair einer Diskothek unter Volllast verströmt, der braucht sich nicht zu wundern, wenn er vom Verkehrsgeschehen abgelenkt wird, andere Verkehrsteilnehmer zu spät und Sirenen von Rettungsfahrzeugen oder Polizei erst gar nicht wahrnimmt.

Was machen Sie, wenn Ihnen im Auto zu warm wird?

Bildquelle Hauptmotiv: Urheber: UBER IMAGES.

(Stand 06/2017, Irrtümer vorbehalten)

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Die angegebenen Werte wurden nach den vorgeschriebenen Messverfahren VO [EG] 715/2007 und § 2 Nrn. 5, 6, 6a Pkw-EnVKV in der gegenwärtig geltenden Fassung und ohne Zusatzausstattung ermittelt. Die Angaben beziehen sich nicht auf ein einzelnes Fahrzeug und sind nicht Bestandteil des Angebots, sondern dienen allein Vergleichszwecken zwischen den verschiedenen Fahrzeugtypen. Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch, den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen und zum Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen können dem „Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO2-Emissionen und den Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen“ entnommen werden, der bei allen Renault Partnern und bei der Deutsche Automobil Treuhand (DAT) unentgeltlich erhältlich ist. Der Leitfaden steht außerdem als Download zur Verfügung.

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